Hallo Kinderkrippe

Hallo Kinderkrippe

Es ist soweit. Dein Kind kommt in die Kinderkrippe. Was für ein aufregender Moment, für dein Kind, aber auch für dich. Du hast sicher schon mit der Kita besprochen, wie die Eingewöhnung verlaufen wird und einen ersten Eindruck, von der Bezugserzieher*in erhalten. Diese Informationen sind unendlich wichtig. Denn sie beantworten grundlegende Fragen und geben ein Stück Sicherheit.

Dann ist er da, der große Tag. Wer ist aufgeregter, du oder dein Kind?

Ganz ehrlich, es ist kein einfacher Schritt. Du bist es gewohnt, den ganzen Tag mit deinem Kind zu verbringen und plötzlich wird sich das ändern. Puh, an dieser Stell darfst du gerne einmal durchatmen.

Wenn dein Kind zum ersten Mal in die Kita geht, dann ist es für euch als Familie eine komplett neue Situation. Jedes Familienmitglied braucht seine Zeit, um sich an diese Veränderung zu gewöhnen.

 

Emotionen, Ängste, Schuldgefühle

Wenn du an den Kita-Start denkst, wirst du wahrscheinlich ganz unterschiedliche Gefühle bei dir wahrnehmen. Vielleicht zweifelst du auch an deiner Entscheidung, dass du die Anmeldung überhaupt ausgefüllt hast. All diese Gefühle, dürfen da sein. Ich möchte dich dazu einladen, diese aufkommenden Emotionen bewusst wahrzunehmen. Denn Kinder haben sehr sensible Fühler dafür, was uns Erwachsene beschäftigt. So zu tun, als ob diese Gefühle nicht da wären, wird leider nicht funktionieren.

Wenn du ängstlich bist und dein Kind am liebsten gar nicht loslassen möchtest, dann wird auch dein Kind diese Gefühle spüren. Es ist wie ein unsichtbares Band, das zwischen dir und deinem Kind besteht. Deine Angst überträgt sich und deinem Kind wird es wahrscheinlich schwer fallen, sich auf die Eingewöhnung in der Kita einzulassen. Kinder haben also sehr sensible Fühler, mit denen sie die Stimmung von Erwachsenen wahrnehmen. Vermutlich hast du selbst schon mal die Erfahrung gesammelt, wenn du hektisch und gestresst reagierst, dass auch dein Kind plötzlich ähnlich handelt.

Bei sehr jungen Kindern kommt hinzu, dass sie ihre eigenen Gefühle oft noch nicht von denen anderer Menschen unterscheiden können. Du kannst dieses „Phänomen“ oft beobachten, wenn ein Kind weint und ein anderes Kind plötzlich solidarisch mit weint.

So befinden sich also auf der einen Seite, deine eigene Gefühle und auf anderen Seite, die deines Kindes. Und beide Gefühlslagen stehen miteinander in Verbindung.

Das du diese Gefühle hast, ist wunderbar. Denn es zeigt, dass du dir sehr viele Gedanken darum machst, dass es deinem Kind gut geht. Es ist vollkommen normal, dass sich viele unterschiedliche Emotionen zeigen. Egal ob das Vorfreude, Angst, Nervosität und auch gar Schuldgefühle sind. Erlaube dir selbst, diese Gefühle zuzulassen. Denn unsere Gefühle, erzählen uns etwas über unser Innerstes.

Was beschäftigt dich? Was macht Dir Sorgen? Was erfüllt dich mit Freude?

Genauso bedeutsam ist aber auch, sich diese Gefühle bewusst zu machen. Zum einen, damit es dir selbst besser geht. Zum anderen, um dein Kind bestmöglich bei seinem Start in die Kita begleiten zu können. Bewusstmachung hilft uns dabei, viele Dinge deutlicher zu sehen.

Von daher beobachte, welche Gefühle zeigen sich bei dir?

 

 

Kita als Ansprechpartner

Eine Kita ist eine Familienergänzende Einrichtung. Das bedeutet, die Pädagogen*innen und ihr als Eltern, tauscht euch über eure Erfahrungen aus, um dein Kind in der Kita, bestmöglich begleiten zu können. Von daher möchte ich dich dazu ermutigen, im engen Austausch mit der Kita zu stehen. Wenn du spürst, dass du Sorgen, Bedenken oder Ängste hast, dann teile dies mit. Denke immer daran, eigene Gefühle bei sich zu erkennen und sie auch mitzuteilen, ist eine große Stärke.

Oft lösen sich erste Anspannungen, in dem Moment, in dem man sie ausgesprochen hat.

Am Anfang ist das vielleicht noch etwas schwierig. Schließlich ist man sich noch fremd. Doch genauso wie dein Kind während der Eingewöhnung Vertrauen aufbaut, wird es auch bei dir sein.

Die Eingewöhnungszeit ist eine große Chance, intensive Einblicke in das Kita-Geschehen zu erhalten. Du hast etliche Stunden Zeit um zu beobachten, wie und was die Kinder spielen und welche pädagogischen Angebote durchgeführt werden. Zudem kannst du sehen, wie dein Kind Schritt für Schritt, die neue Umgebung erkundet.  

Stelle alle Fragen, die dir auf der Seele brennen und lasse dir alles genau erklären. Ein intensiver Austausch, hilft sowohl der Kita euch besser kennenzulernen und auch Dir, um zu erfahren, wie dein Kind zukünftig seinen Tag verbringt.

 

Nehme dir Zeit

Damit dein Kind eine gute und vertrauensvolle Beziehung in der Krippe aufbauen kann, benötigt es vor allem Zeit. Plane schon im Vorfeld, mehrere Wochen für die Eingewöhnung ein und bedenke dabei, dass jedes Kind sein ganz individuelles Tempo benötigt, bis es sich in der Kita wohl fühlt. Es gibt Kinder, die sich nach zwei Wochen bereits pudelwohl in der Kita fühlen und anderen Kindern fällt es nach einigen Monaten noch schwer. Beides ist vollkommen in Ordnung und zeigt, wie einzigartig und vielfältig die Bedürfnisse eines jeden Kindes sind. Schenke dir und deinem Kind die Zeit, die es braucht. Die ersten Wochen in der Kita, sind aber auch für dich, ganz besondere Momente. Sie sind gefüllt, mit neuen Erfahrungen und Eindrücken, Abschiedsküssen und der Freude beim Wiedersehen.

Die Grundlage, dass dein Kind sich in der Krippe wohl fühlt, ist Vertrauen. Und Vertrauen braucht Zeit. Denn Vertrautheit entsteht durch vielfältige positive Erfahrungen, die dein Kind in der Kita erlebt:

  • Vertrauen, in die Pädagogen*innen der Kita.
  • Vertrauen, verlässliche Beziehungen und Unterstützung zu erleben.
  • Vertrauen, Essen und Trinken zu bekommen.
  • Vertrauen, um sicher schlafen zu können.
  • Vertrauen, liebevoll in den Arm genommen und getröstet zu werden.
  • Vertrauen, in die Räumlichkeiten und die Umgebung der Kita.
  • Vertrauen, in die anderen Kinder.

Und zu guter Letzt, ist es für dein Kind wichtig, die Erfahrung zu sammeln, dass du es jeden Tag wieder abholst. All das braucht Zeit.

 

Wenn dein Kind sich gut in der Kita eingelebt hat, werfe nochmals einen liebevollen Blick auf dich. Wie fühlt es sich an, dass dein Kind nun die Kita besucht? Was löst es in dir aus? Wie erlebst du dein Kind? Was hat sich verändert?

Es ist nicht einfach, das Kind das erste Mal loszulassen. Aber wenn du weißt, dass dein Kind sich in der Kita sicher und geborgen fühlt, dann kannst auch du mit einem Gefühl, deinen Tag genießen.

 

„Manchmal denke ich:

Ich brauche ein Wunder. Dann schaue ich mein Kind an und stelle fest:

Ich habe schon eins.“

(unbekannt)

 

Wie ist es für dich, wenn du dein Kind das erste Mal in einer Kita betreuen lässt? Was macht dir Sorgen und worauf freust du dich?

Teile deine Gedanken, gerne in den Kommentaren.

 

Dieser Artikel nimmt an der Blogparade zum Thema Übergänge der Seite Leuchtturm Eltern teil.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Petra Dölker

    Ich denke, es geht wahrscheinlich den meisten Erziehern und Pädagogen so. Und das ist so wunderbar authentisch. Natürlich hat man Fachwissen und weiß, wie eine Eingewöhnung umgesetzt wird. Aber als Mama oder Papa, ist man einfach mit allen Gefühlen und Herzen bei seinem Kind und das ist auch gut so. 🙂
    Danke für deinen Beitrag, liebe Maria.

Schreibe einen Kommentar